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Fördermittelprogramm AgriFörder - EBF

Das Programm wurde für das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft entwickelt. Es bildet den gesamten Förderprozess, beginnend von der Beantragung, Bearbeitung, Bewilligung, Bescheiderstellung, Kontrolle, Belegkontierung, Auszahlung, Recherche und Statistik ab. Das Programm ist eine typische Client–Server-Applikation, die mehrere Datenbankserver unterstützt. Derzeit arbeiten in Sachsen (Ämter für Landwirtschaft, Regierungspräsidium Chemnitz, Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft) ca. 200 Personen mit diesem Programm.

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Nachfolgende Darstellungen sollen einen Überblick über die Art und Weise unserer Programmierung vermitteln. Das Programm wurde als Client-Server-Applikation entwickelt und wird über WAN sachsenweit genutzt (Bild 1). Spezifische Besonderheiten der Vernetzung sowie spezielle Vorgaben des Auftraggebers erzwangen eine Modifizierung der Client-Server-Arbeitsweise (Bild 2). Die Einsatzstellen (z.B. die Ämter für Landwirtschaft, das Regierungspräsidium Chemnitz, das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft in Dresden) besitzen lokale Server und Datenbankserver. Die meisten Programme arbeiten lokal, d.h. offline. Der Datenaustausch zwischen lokaler und zentraler Datenhaltung erfolgt nachts mittels Replikation. Das Programm AgriFörder /EBF arbeitet online, d.h. alle relevanten Daten der Förderung werden auf dem Server in Pillnitz gehalten und stehen allen Nutzern für einen direktem Zugriff zur Verfügung.

Bild 1

 
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Erschwerend kommt hinzu, dass die Einsatzstellen in verschiedenen Domänen angesiedelt sind und der Datenaustausch nur über einen Brückenserver (Vermittlungsserver), der von allen Domänen "gesehen" wird, mittels Distributed Transaction erfolgt. Um den Administrierungsaufwand in vertretbaren Grenzen zu halten, werden die Nutzer im lokalen SQL-Server anonymisiert (Standardnutzer) und die Verbindung zwischen den SQL-Servern über den Standardnutzer aufgebaut. Entsprechende Verfahren sichern ab, dass die Datensicherheit (der Nutzer darf nur seine Daten sehen und bearbeiten) gewährleistet ist.

Bild 2

 
Die Konzeption und Realisierung wurde erschwert durch nachfolgende Bedingungen:

 

(a)

Die Nutzer arbeiten sachsenweit in 20 unterschiedlichen Einsatzorten. Es existieren zwei WAN-Netzverbunde (Ämter für Landwirtschaft, Regierungspräsidien und Infohighway Sachsen). Jeder Einsatzort ist einem der zwei Netzverbunde zugeordnet.

Jeder Einsatzort nutzt eigene Domänen inklusive lokaler Datenbankserver. Vertrauensstellungen zwischen Domänen, die sich in unterschiedlichen Netzverbunden (s. o.) befinden, sind nicht gestattet. Diese Restriktion bedingt, dass Nutzer nicht domänenübergreifend arbeiten können.

Der Auftraggeber fordert, dass die Förderdaten domänenübergreifend zentral zu halten sind und der Zugriff aller Nutzer in Echtzeit zu gewährleisten ist.

Lösungsansatz:

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Rechner mit aufgesetztem Datenbankserver, der physisch in beiden Netzverbunden agiert und über den Datenbankserver (Verbindungsserver) zu allen anderen Datenbankservern Verbindung herstellen kann. Einer dieser verbundenen Datenbankserver verwaltet den zentralen Datenbestand (Zielserver).

    -

Das Programm greift am Einsatzort auf eine Datenbank des lokalen Datenbankservers zu, der diesem einen lokalen Datenbestand simuliert, welcher ein Abbild des Datenbestandes aus der gleichnamigen Datenbank des zentralen Datenbankservers ist.

    -

Das Programm arbeitet mit stored procedures, die in der lokalen Datenbank abgelegt sind. Diese Prozeduren arbeiten nicht mit dem lokalen Datenbestand (der physisch nicht vorhanden ist), sondern geben diese Anforderungen über den Verbindungsserver an den Zielserver weiter. Um die Datenintegrität zu gewährleisten erfolgt der Prozeduraufruf vom lokalen Datenbankserver als Distributed Transaction.

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Um einen vertretbaren Administrierungsaufwand (Erstinstallation, Nutzerverwaltung) der SQL Server (Verbindungsserver, Zielserver) zu gewährleisten, wird ein Standardlogin eingerichtet, das den gesamten Datenverkehr des Programms zwischen allen beteiligten Datenbankservern organisiert. Die Kommunikation zwischen Programm und lokaler Datenbank erfolgt standardgemäß über die in der Datenbank administrierten Nutzer. In die vom lokalen Datenbankserver weitergereichten Anforderungen wird das Nutzerlogin des lokalen Datenbankservers eingeschlüsselt (Gewährleistung der Zugriffsrechte am Verbindungs- und Zielserver).

 

(b)

Um weitestgehend Redundanzen im gesamten Datenbestand des Auftraggebers zu vermeiden, müssen vorliegende Daten anderer Datenbanken über Sichten eingebunden werden.

 

(c)

Der Förderprozess ist wiederholten Änderungen hinsichtlich Inhalt und Struktur der in der Datenbank abzulegenden Daten, modifizierten Durchführungsbestimmungen der Förderung, häufigen Wechseln der im Förderprozess involvierten Nutzer, etc. unterworfen. Diese, die Programmstruktur und den Programmablauf beeinflussenden Veränderungen sollen weitestgehend durch den Nutzer realisierbar sein. Änderungsprogrammierung durch den Programmentwickler sollen auf ein absolutes Mindestmaß reduziert werden.

Lösungsansatz:

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Die oben genannten Forderungen werden dadurch erreicht, dass bei der Programmierung dynamische Grundstrukturen zugrunde gelegt werden. Diese können durch administrierte Nutzer mittels im Programm zur Verfügung gestellter Hilfsmittel jederzeit den Veränderungen angepasst werden.

 

(d)

Die Daten sind nach außen, d.h. für den Nutzer nach Dienstgebieten (Amtsbereich) zu strukturieren. Je nach Verantwortlichkeit sollen Daten eines bzw. mehrerer Dienstgebiete eingesehen und/bzw. bearbeitet werden können (Dienstgebieteberechtigung). Die Nutzer dürfen nur Teilaufgaben des gesamten Förderprozesses (z. Bsp. Erfassung, Bearbeitung, Bewilligung, Auszahlungsantrag, Auszahlung, …) bearbeiten, d.h., dass mittels der Rechteverwaltung jede Teilaufgabe (lesen, bzw. bearbeiten) einzeln den Nutzern zugewiesen werden kann. Weiterhin besteht die Forderung, dass ein Nutzer, der berechtigt ist, Teilaufgaben durchzuführen, diese unter bestimmten Umständen nicht an einem Objekt (Fördervorhaben) gleichzeitig (z. Bsp. Bewilligen und Auszahlen) durchführen darf. Weiterhin muss pro Förderantrag die Möglichkeit bestehen, einer Teilaufgabe exklusiv einem oder mehreren berechtigten Nutzer(n) zuzuweisen.

Bei schreibendem Zugriff müssen alle Bearbeitungsschritte am Objekt für andere Benutzer gesperrt werden, auf die der schreibende Zugriff eine unmittelbare bzw. mittelbare Auswirkung hat.

Gewährleistung der Revisionssicherheit durch automatisierte, fortschreitende Protokollierung der geänderten oder gelöschten Datensätze in einer separaten Datenbank.

Lösungsansatz:

    -

Die vom Datenbankserver bereitgestellte Rechteadministrierung (Rollen) genügt nicht den oben genannten Anforderungen. Aus diesem Grund wird die Rechteadministrierung des Datenbankservers mit einer eigenen kombiniert.



Programmgestaltung u.a.

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strikte GUI orientierte Programmierung

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baumorientierte Programmführung

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frei skalierbare Fenster

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automatische Überwachung der Limite (Fördergelder)

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schnelles Auffinden benötigter Daten durch integrierte Filter- und Suchfunktion

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Bereitstellung eines internen Mailsystems, u. a. zur Versendung automatisch erstellter förderprozessabhängigen Nutzerinformationen

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Unterstützung von Drag & Drop

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automatisierte Erstellung von Bescheiden, Vorlagen in MS Word ©

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Möglichkeit des Exports von Statistiken in MS Excel ©



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Die Programmführung ist baumorientiert (Bild 3), Windows-typische Arbeitsweisen wie MDI-Fenster (Bild 4), dynamische Fenstergrößengestaltung (Bild 5), Reiter (Bild 6), Drag & Drop (Bild 7), etc sind integriert.

Bild 3

Bild 4

 
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Bild 5

Bild 6

Bild 7

Die automatisierte Erstellung von Bescheiden in MS-Word aus dem Programm (Bild 8) heraus, der Export von Rechercheergebnissen bzw. Reporten zu MS-Excel (Bild 9) ist möglich.

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Bild 8

Bild 9

Änderungswünsche z.B. in Erfassungslisten können bei den meisten Programmen nur mittels Programmierung realisiert werden. In AgriFörder /EBF ist der Anwender in der Lage, durch Kataloge gesteuert, den Inhalt der Fenster (z.B. Erfassungslisten) weitestgehend selbst zu bestimmen (Bild 10 und 11). Der Kataloginhalt wird nicht programmseitig sondern durch den Benutzer vorgegeben (erfasst, gelöscht). Der Anwender kann u.a. auch eigene Piktogramme für die Darstellung im Baum verwenden (Bild 12).

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Bild 10

Bild 11

Bild 12

Fachkonzeption, Datenbankdesign, Programmierung IMC GmbH
Datenbankdesign in ERwin
Programmierung in PowerScript
Datenbank MS–SQL Server
(ca. 220 Tabellen zuzüglich ca. 270 Sichten auf 6 fremde Datenbanken, ca. 600 Stored Procedure)




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